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Keine Überstunden-Diskriminierung mehr gegen Teilzeitler:innen? Das klingt fair – aber zu viel Teilzeit haben wir trotzdem.

Keine Überstunden-Diskriminierung mehr gegen Teilzeitler:innen? Das klingt fair – aber zu viel Teilzeit haben wir trotzdem.
Inhaltsübersicht

Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass Teilzeitbeschäftigte bei Überstundenzuschlägen nicht schlechter behandelt werden dürfen.

An Fairness kann sich niemand stören, nicht wahr?

Nur ist Fairness nicht immer so ganz einfach zu identifizieren.

Das Bundesarbeitsgericht hat jetzt etwa entschieden, dass Teilzeitler:innen nicht geringere Überstundenzuschläge bekommen dürfen als Vollzeit:lerinnen. Das sei Diskriminierung.

Damit hat eine Krankenpflegerin erfolgreich geklagt. Sie hatte einen Überstundenzuschlag von 30% nicht bekommen, weil es den erst gab, wenn ihre Arbeitszeit über der Vollzeit lag.

Und da überhaupt Frauen viel öfter in Teilzeit arbeiten - knapp die Hälfte aller Frauen und rund 13% aller Männer - stelle die Regelung, wie sie bisher war, auch eine “mittelbare Benachteiligung wegen des (weiblichen) Geschlechts” dar.

Ich finde das Urteil angemessen. Wenn jemand in Teilzeit länger arbeitet als die vertraglich zugesicherten Teilzeitstunden, dann sind es eben Überstunden. Warum sollte es dafür nicht den Zuschlag geben?

Und der Verweis darauf, dass die Benachteiligung überproportional Frauen traf, ist einfach statistisch wahr.

Gleichzeitig ist es leider eine Realität, dass wir viel zu viel Teilzeit in Deutschland haben, nämlich bei knapp 31% aller Beschäftigten. Und das inmitten eines heftigen Fachkräftemangels.

Problematisch ist, dass wir die Teilzeit auch noch attraktiver als Vollzeit machen. Unsere Besteuerung ist hoch und progressiv, womit von jedem zusätzlich verdienten Euro weitaus weniger übrig bleibt als von einer freien Stunde.

Und Dingen wie Krankenversicherung etc. ist es ja völlig egal, wie lange du arbeitest: Du erhältst die vollen Leistungen. Vollzeitler:innen “subventionieren” die Teilzeitler:innen an dieser Stelle also.

Da ließe sich also wieder die Fairnessfrage aufmachen. Aber die ist am Ende doch nicht sehr zielführend. Was bleibt sind zwei Dinge, die gleichzeitig wahr sind: Niemand sollte diskriminiert werden; aber Teilzeit ist ein Luxus, welcher für uns gesamtwirtschaftlich immer schwieriger zu tragen ist.

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