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Firmen priorisieren KI – auf Kosten anderer Jobs

Firmen priorisieren KI – auf Kosten anderer Jobs
Inhaltsübersicht

Im Techsektor und auch darüber hinaus lässt sich gerade eine interessante Dynamik erkennen: Der KI "saugt" Jobs in anderen Bereichen weg.

SAP hat vor Kurzem bekanntgegeben, dass es 8.000 Stellen streicht, nur um sie noch im selben Jahr wieder hinzuzufügen - und zwar im Bereich künstliche Intelligenz. Ganz ähnlich läuft es bei Amazon, Duolingo, Vroom und weiteren Firmen. Sie entlassen irgendwo im Unternehmen, um stattdessen neue Jobs im Bereich KI zu kreieren.

Da erkenne ich für mich gleich drei spannende Dynamiken.

  • Erstens und am intuitivsten, KI ist gerade King. Egal, ob Cloudanbieter, Sprachlern-App oder Gebrauchtwagenmarktplatz, in allerlei Branchen intensiviert sich die Adoption von künstlicher Intelligenz. Also entstehen dort Jobs. OK, bis hierhin nichts Neues.
  • Zweitens, statt einfach nur neue KI-Jobs zu kreieren, bauen einige Firmen gerade an anderer Stelle ab. Das wäre früher nicht so gelaufen, da wären die Jobs einfach dazu gekommen. Der "Was in der Wirtschaft schiefläuft"-Wortsalat seit dem Jahr 2022 schlägt zu: Höhere Leitzinsen, Nachfrageschwäche, Unsicherheit, etc. - Firmen sparen lieber bei den (Personal-)Kosten und steigern die Profitabilität, als sich in Sachen Expansion gehen zu lassen. Taucht ein Wachstumsfeld auf, muss an anderer Stelle eingespart werden.
  • Drittens, mich erinnert das ein bisschen an die "Dutch Disease". Ein boomender Wirtschaftssektor (traditionell Öl oder Gas) zieht so viel Kapital und Fachkräfte auf sich, dass dem Rest der Wirtschaft kaum noch etwas übrig bleibt. Da der Boom-Sektor auch noch gesamtwirtschaftlich die Preise in die Höhe schraubt und die Währung stärkt, leiden die anderen Sektoren umso mehr; verkümmern allmählich. Am Ende ist die Volkswirtschaft vom Boom-Sektor abhängig. Geht es mit ihm einmal abwärts, zieht er das ganze Land mit.

Ich frage mich, ob es bei so mancher Firma auch mit der "Nullsummen"-Priorisierung von KI so laufen könnte. Denn sollte sich ein konkreter Ansatz einer KI-Anwendung irgendwann als nicht substantiierter Hype herausstellen, steht das Unternehmen, welches anderswo abgebaut hat, plötzlich übel dar. Vor allem, wenn es wertvolle Fachkräfte waren, welche entlassen wurden und jetzt wieder verzweifelt hereingeholt werden müssen.

Beobachten konnten wir das bislang noch nirgendwo, aber dafür ist es ja auch noch zu früh. Und ohnehin könnte das nur ein temporäres Phänomen sein: Wenn 2024 ein besseres Wirtschaftsjahr wird und die Leitzinsen sinken, werden Firmen ihr Personal wieder erhöhen, statt "Verteilungskämpfe" durchzuführen.

Wie sieht's bei euch aus? Merkt ihr schon mehr "Verteilungskampf" in der Personalpolitik als früher?

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Kommentiert von unserem Gründer & Geschäftsführer Karim Suhm.

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